Gynäkozytologie

Gynäkozytologie

Die Gynäkozytologie ist der Ursprung der Zytologie ganz allgemein. Sie hat in den letzten 30 Jahren wesentlich zum Rückgang des Cervixkarzinomes um 70 % beigetragen.

Mit einem geeigneten Entnahmegerät (Spatel, Bürste) werden Zellen unter Lupensicht (Kolposkop) vom Gebärmutterhals entnommen und auf einen Objektträger gestrichen, der in 96 % Alkohol fixiert wird. Das Präparat wird mit einer speziellen Färbung (Färbung nach Papanicolaou) gefärbt und von Zytotechnikerinnen gemustert. Dabei werden auffällige Zellen gesucht, die Hinweise auf Vorstufen eines Karzinomes geben. Damit soll das Karzinom erst gar nicht entstehen, da die Vorstufen einfach behandelt werden können, meist mit einer Konisation, heute v.a. mit Elektroschlingen. Der Ausdruck “Krebsabstrich” ist denkbar ungeeignet, da wir nicht den Krebs suchen, sondern deren Vorstufen. Er verursacht oft unnötig Angst.

Der Gynäkozytologe hat eine spezielle Ausbildung in der Diagnostik der Zellveränderungen neben seiner Ausbildung zum Gynäkologen. Dadurch gibt es eine optimale Kombination in der Diganostik der Gebärmutterhalsveränderungen und deren Therapie.

Wie bei allen Methoden gibt es Vor- und Nachteile.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Einfache Methode, billig mit grosser Effizienz.
Die Nachteile liegen in den s.g. falsch negativen Abstrichen, d.h. es werden Vorstufen oder Karzinome nicht erfasst, obwohl ein Abstrich gemacht wurde.

Dabei ist bekannt, dass 2/3 aller Fehler in der Praxis, also bei der Entnahme gemacht werden und 1/3 im Labor, d.h. man übersieht auffällige Zellen oder man interpretiert diese falsch. Es kann aber nur beurteilt werden, was ins Labor kommt. Daher gilt: Das wichtigste ist die korrekte Abnahme. Dafür braucht es aber nur wenige grundlegende Voraussetzungen wie:

  1. Inspektion der Portio, am besten mit einem Kolposkop
  2. Reinigung der Portio. Schleim und Detritus müssen entfernt werden
  3. Wahl des richtigen Entnahmegerätes
  4. Präparation des Materials auf dem Objektträger in nassem Zustand oder Suspensierung in der Flüssigkeit
  5. Fixierung des noch feuchten Präparates in 96 % Alkohol oder Fixierspray (entfällt bei der Dünnschichtzytologie)

 

Daraus lässt sich auch schliessen, dass sich durch die neue Technologie der Dünnschichtpräparation keine Verbesserung betreffend Senkung der Häufigkeit des Cervix-Karzinomes erzielen lässt, da diese nach der Entnahme erfolgt.
Für den Erfolg der Vorsorge-Zytologie als Ganzes ist aber nicht alleine die Teilnahme der einzelnen Frau wichtig, sondern die Teilnahme möglichst vieler Frauen (über 80 % aller Frauen). In England konnte dies schön bewiesen werden, nachdem die Teilnahmerate von knapp 50 % auf über 80 % zugenommen hat.